Die Kosten einer Rassekatze

Als Liebhaber der Norwegischen Waldkatzen, der sich gern ein kleines Kätzchen zulegen möchte, haben Sie möglicherweise bereits mit Züchtern telefoniert oder auf Ausstellungen Gespräche geführt, im Internet gesucht oder Zeitschriften gelesen. Dabei werden Sie sicherlich auf Ihre Frage hin unterschiedliche Preisvorstellungen erhalten haben. Verständlicherweise hat zunächst jeder ein Interesse daran, seinen Traum zu einem möglichst günstigen Preis zu verwirklichen. Vielleicht sind Ihnen auch schon Gedanken gekommen wie : bei einem so jungen Kätzchen, was kann denn in den paar Wochen schon so gravierend unterschiedlich gewesen sein, dass die eine Katze so viel mehr kosten soll als die andere ? Ich würde mich freuen, wenn Sie die folgenden Ausführungen, die auch meine tierärztlichen Erfahrungen widerspiegeln, in Ruhe lesen und überdenken würden.

Von seriösen Züchtern werden Ihnen Preisvorstellungen von 500 - 600 Euro für ein Liebhabertier genannt werden. Ohne Hintergrundinformation muss jeder erst einmal denken, dass Züchter doch wohl schnell reich werden können. Und dann behauptet der Züchter, dass er eigentlich gar nichts verdient ? Lassen Sie uns das gemeinsam beleuchten:

1. Papiere

Viele meinen, Kosten einsparen zu können, wenn sie ein Kätzchen "ohne Papiere" erwerben. Der Stammbaum garantiert Ihnen jedoch die Einhaltung der Zuchtbestimmungen. So darf eine Zuchtkätzin in 2 Jahren höchstens 3 Würfe zur Welt bringen, davon in einem Jahr höchsten 2 Würfe. Von ihrer Natur her könnte sie jedoch problemlos 3 Würfe pro Jahr bekommen ! Durch die Beantragung der Zuchtpapiere erkennen Sie, dass der Züchter seine Kätzin nicht als Wurfmaschine missbraucht.

Übrigens - die Kosten für die Beantragung der Stammbäume liegen je nach Verein bei 20 - 30 Euro für den gesamten Wurf. Geld, das gut investiert ist, um die Seriösität des Züchters überprüfen zu können ! Oder anders herum - wenn der Züchter Ihnen einreden will, dass man das Geld für die Papiere doch sparen könne - was hat er denn zu verbergen ?

2. Impfungen und frühere Abgabe

Ob der heimische Tierarzt nicht doch einen günstigeren Preis für die Impfung anbietet ? Und wenn man das Kätzchen früher vom Züchter holt, dann spart der doch auch Futterkosten ? Abgesehen davon, daß Tierärzte an die Gebührenordnung gebunden sind und daher die Unterschiede nicht dramatisch ausfallen können, bei exakter Rechnung wohl auch durch zusätzliche Benzinkosten wieder aufgebraucht werden - es trifft nicht zu, dass die Kätzchen nur aus diesem Grund länger beim Züchter bleiben sollen. Verständlicherweise möchte jeder sein süßes kitten schnellstmöglich bei sich haben, aber bedenken Sie bitte, daß die Natur ihren eigenen Zeitplan hat. Gerade zwischen der 9. und 12. Lebenswoche bringt die Katzenmutter ihren Welpen alles lebensnotwendige bei : wie eine Katzentoilette funktioniert und dass Menschen es toll finden, wenn die "Stinkbomben" zugescharrt werden; dass es eine Grenze bei der Anwendung der Kraft geben sollte, mit der im Spiel zugebissen wird; dass man auch mit eingezogenen Krallen prima spielen kann und vieles mehr. Niemand kann das einem Katzenbaby so gut beibringen wie eine Katzenmutter. Zudem entwöhnt sie ihre Jungen in genau dieser Zeit und zeigt ihnen, wie sie selbstbewusst ihre eigenen Persönlichkeit finden können und ihren eigenen Weg gehen können. Finden Sie es mit diesem Wissen immer noch niedlich, wenn Katzen an uns Menschen nuckeln? Ich persönlich bin tieftraurig.....

Seriöse Züchter sorgen in dieser Zeitspanne für eine behutsame Sozialisierung der kitten. Natürlich kostet das viel Zeit, die bei vielen gleichzeitigen Würfen nicht vorhanden ist. Aber man weiss, dass alle die Dinge oder Lebewesen, die die Katzenbabies in dieser Zeit angstfrei kennen lernen, später der erwachsenen Katze keine Probleme bereiten. Werden die Katzenbabies hingegen eingesperrt und haben wenig Kontakte oder Möglichkeiten, Erfahrungen zu sammeln, so werden sie in ihrem späteren Leben immer scheu, zurückhaltend oder vielleicht sogar ängstlich bleiben.

Bedenken Sie - auch wenn Sie ein dermaßen unbeachtet aufgezogenes kitten für wenig Geld "retten", der nächste Wurf ist mit Sicherheit schon geplant und diesen Kätzchen tun Sie keinen Gefallen. Mitleid ist immer der schlechteste Ratgeber für einen Kauf. Fragen Sie Ihren Tierarzt nach Unsauberkeit, Fellproblemen durch vermehrtes Lecken, erhöhter Agressivität - all dieses findet man als Folge solcher billigen Massenaufzuchten.

3. Welche Kosten hat denn der Züchter tatsächlich?

Hier einige Beispiele, damit Sie sich ein Bild machen können:

- Anschaffung einer Zuchtkätzin: ca. Euro 750 - 1000

- jährliche Impfung Zuchtkätzin: ca. Euro 55

- Deckgebühr: ca. Euro 350 - 500

- Bluttest Zuchtkätzin vor jedem Decken Gesundheits-Check und 
  Bestätigung: ca. Euro 80

- Stammbäume/Papiere: ca. Euro 20 - 30

- Wurmkuren: ca. Euro 30

- Impfungen ( 2x Seuche,Schnupfen): ca. Euro 45 je Welpe

                 ( 1x Tollwut )                : ca. Euro 25 je Welpe

                 ( 1x FeLV )                   : ca. Euro 30 je Welpe

dazu Benzinkosten für Hinbringen und Abholen der Zuchtkätzin zum Deckkater, Futter, Katzenstreu, spezielle Zusatznahrung der tragenden Kätzin, Ultraschalluntersuchung während der Trächtigkeit, Welpenfutter, Inserate, Ausstellungsgebühren zum Erringen der "Titel" - auch ohne Kaiserschnitt und andere tierärztliche Behandlungen sind die "Einnahmen" eines seriösen Züchters zum Reichwerden nicht geeignet.

Sie werden schnell ersehen können, wo von anderen Züchter Kosten eingespart werden können, um den Gewinn zu steigern: mehr Würfe, keine Bluttests oder medizinische Vorsorge-Untersuchungen, schlechteres Futter, keine tierärztlichen Untersuchungen der Babies. Je eher dann die Katzenbabies abgegeben werden, desto eher kann das Muttertier wieder rollig werden und den nächsten Wurf produzieren. Möchten Sie das wirklich?

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 Stand: 15.04.2009 16:56

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